Asiatische Streifenhörnchen

Asiatische Streifenhörnchen


Haarlinge

 

Haarlinge

haarlinge

Merkmale

Haarlinge (Trichodectidae) gehören zu den Flügellosen Insekten (Phthiraptera) und sind eine Untergruppe der Läuse. Die entsprechenden Parasiten bei Vögeln nennt man Federlinge. Gemeinsam bilden Haarlinge und Federlinge das Taxon der Kieferläuse (Mallophaga).

Haarlinge sind im Vergleich zu den Tierläusen etwas kleiner. Sie sind zwischen 1 – 1.5 Millimeter gross, also mit blossem Auge noch erkennbar. Es gibt etwa 18 Arten, wovon etwa 4 in Europa vertreten sind.

Haarlinge besitzen wie Läuse ebenfalls eine ovale Körperform, aber aufgrund ihres stärker ausgebildeten Kiefers, haben sie einen grösseren Kopf als Läuse.

Im Unterschied zu den klassischen Tierläusen ernähren sie sich Haarlinge nicht von Blut, sondern von Epidermis- Schuppen, Hautdrüsensekret und Haaren.

Wie bei den Tierläusen haften die weisslichen Eier (Nissen) der Haarlinge relativ gut an den Haaren, so dass sie nur mit einem gewissen Widerstand vom Haar gestreift werden können.

 

Lebensweise

Haarlinge sind sehr wirtsspezifisch, das bedeutet, ein Wechsel der Wirtsart, etwa zum Menschen, findet in der Regel nicht statt. Bei ungenügender Trennung von Stall und Wohnbereich kann es allenfalls zum gelegentlichen Übertritt auf den Menschen kommen.

Innerhalb der Art hingegen, kommt es leicht zu Übertragungen, weshalb es sehr wahrscheinlich ist, dass alle Tiere einer Art in einem Haushalt befallen sind. Meist treten Haarlinge in auffällig grossen Massen auf.

Haarlinge sind besonders bei kleineren Haustieren häufiger zu finden, als Tierläuse. Sie treten vorwiegend gegen Ende Winter auf. Haarlinge und Läuse sind manchmal auf ein und demselben Wirt vergesellschaftet.

Haarlinge sind ohne ihren Wirt nicht lange überlebensfähig und verbleiben daher während ihrem ganzen Leben im Fell. Da der gesamte Lebenszyklus vollständig auf dem Wirt stattfindet, findet man nur selten Haarlinge im Lebensumfeld des Wirts. Eine Übertragung findet demzufolge fast nur durch direkten Körperkontakt statt.

Da Haarlinge auf warmen Säugetieren leben und Nahrung im Überfluss finden, sind sie durchgehend aktiv.

 

Haarlinge bei Streifenhörnchen

Haarlinge sind bei Streifenhörnchen in der Innenhaltung weit häufiger anzutreffen, als Tierläuse. Die Einschleppung ist nicht immer nachvollziehbar, wird aber durch andere Haustiere, die im gleichen Haushalt leben, namentlich Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, die Freilauf in der Natur geniessen, begünstigt. Ist ein Tier erst einmal von Haarlingen befallen, kann sich deren Bekämpfung als sehr hartnäckig und langwierig erweisen.

 

Symptome

Die oft sehr zahlreichen, krabbelnden Haarlinge irritieren ihren Wirt oft sehr und aufgrund des Nagens an der Epidermis kann es zu starkem Juckreiz führen. Das dadurch provozierte Kratzen führt dann nicht selten zu erheblichen Kratzwunden, was zu Entzündungen der Haut und Haarausfall führen kann. Offene Wunden sind wiederum Eintrittspforten für Bakterien, wie z.B. Streptokokken und Staphylokokken und andere Erreger.

 

Krankheitsüberträger

Haarlinge kommen wie Flöhe als Überträger von Bandwürmern (Dipylidium caninum, Gurkenkernbandwurm) in Frage. Dies, wenn Haarlinge versehentlich bei Versuch, den Juckreiz zu stillen vom Wirt verschluckt werden.

 

Prophylaxe und Therapie

Bei Tieren, die draussen leben oder Freilauf geniessen, können prophylaktisch Spot-on- Präparate verwendet werden. Gut verträglich ist beispielsweise Stronghold, das den Wirkstoff Selamectin enthält und sowohl gegen Rundwürmer als auch Ektoparasiten (Insekten und Milben) wirksam ist.

Das Präparat wird direkt auf das Genick des Wirtes aufgetragen. Für Säugetiere, die behandelt werden ist das Mittel ist ungefährlich, dennoch sollte darauf geachtet werden, dass es vom Tier nicht abgeleckt werden kann.

Ist es bereits zu einem Befall gekommen, muss man zusätzlich zur- Spot- on Behandlung auch die Lebensumgebung des Wirts kontrollieren. Zwar finden sich meist nur selten Haarlinge ausserhalb des Wirts, dennoch ist es sinnvoll die Liegedecke, Schlafplatz etc. zu gründlich zu reinigen. Stoffe können entweder bei 60°C gewaschen oder für 1 – 2 Tage in den Tiefkühler gelegt werden.

Nicht waschbare Materialien sollten während mindestens 7 Tagen weggesperrt werden (Hungerquarantäne).

Da Haarlinge auch als Überträger von Bandwürmern in Frage kommen, empfiehlt es sich, bei einem Haarlingsbefall auch eine prophylaktische Entwurmungskur durchzuführen.



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