Asiatische Streifenhörnchen

Asiatische Streifenhörnchen


Zecken

 

Zecken

Zecke

 

Merkmale

Zecken (Ixodida) gehören den Spinnentieren, genauer der Ordnung der Milben (Acari) an, wobei Zecken die grössten Milbenarten sind. Zecken erreichen durchschnittlich eine Grösse zwischen 2- 4 Millimeter, sind also problemlos mit blossem Auge erkennbar. Vollgesogen können Zecken bis zu 1.5 cm lang werden.

Weltweit gibt es etwa 900 Zeckenarten, wobei nur etwa 20 Arten in Zentraleuropa beheimatet sind.

Zecken haben eine ovale Körperform und als Spinnentiere haben ausgewachsene Zecken (ebenso wie Nymphen) acht Beine, als Larve besitzen sie jedoch nur sechs.

Zecken haben einen hochentwickelten Stechapparat, der für ihre Art der Nahrungsaufnahme hervorragend geeignet ist. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen (Cheliceren) reissen sie die Haut des Wirtes auf und graben mit ihrem “Stachel” (Hypostom) eine Grube in das Gewebe, die mit Blut volläuft und während des Saugvorganges immer wieder leergesaugt wird.

Am ersten Beinpaar sitzen die wichtigsten Sinnesorgane und die kräftigen Klauen, mit denen sich Zecken an ihren Opfern festhalten.

 

Lebensweise

Zecken sind weltweit verbreitet und kommen überall da vor, wo ihre Wirtsarten leben. Die Verbreitung der einzelnen Arten hängt in erster Linie von derjenigen ihrer jeweiligen Wirte ab.

Umweltfaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen ebenfalls eine Rolle. Zecken lieben Feuchtigkeit und Wärme. Aus diesem Grund sind sie beispielsweise nach einem Regentag im Sommer besonders aktiv. Solange der Boden im Wald  noch feucht ist, überleben Zecken aber auch längere Trockenzeiten. Bei Kälte sind Zecken weniger aktiv, überleben aber auch kältere Perioden oder milde Winter.

Die meisten Zeckenarten besitzen einen oder mehrere Vorzugswirte, können jedoch bei Nahrungsmangel notfalls auch an anderen Wirten Blut saugen.

Drei Gattungen sind für Menschen und sein Heim von grösserer Bedeutung. Während Lederzecken und die Braune Hundezecke ihre Eier im Haus ohne Probleme ablegen können, geschieht dies beim Holzbock nur äusserst selten.

Zecken leben vorzugsweise an Waldrändern, an Lichtungen oder an Bächen. Auch Gärten werden gerne als Lebensräume akzeptiert. Sie bewegen sich am Boden, im hohen Gras oder in Gebüsch und im Unterholz. Dort warten sie dann auf ihre bevorzugten Wirtstiere.

Um ihre Opfer besser erreichen zu können, klettern Zecken auf Gräser und Büsche. Eine erwachsene Zecke kann dabei bis zu 1,50 Meter hoch klettern. Meistens aber findet man sie in Knie- bis Hüfthöhe. Entgegen der weit verbreiteten Annahme klettern Zecken nicht auf Bäume und lassen sich entsprechend auch nicht von dort aus fallen.

Während eine Zecke auf ein passendes Opfer wartet, streckt sie oft ihre Vorderbeine in die Höhe, an denen sich auch ihr wichtigstes Sinnesorgan befindet (Hallersches Organ). Streift der ahnungslose, vorbeiziehende Wirt die Zecke, hält sie sich blitzschnell mit den starken Krallen an ihren Vorderbeinen an der Haut, im Fell oder an der Kleidung fest. Dafür reicht eine Berührung von wenigen Sekundenbruchteilen aus. Sitzt die Zecke auf der Haut, sucht sie sich eine Stelle, an der die Haut besonders dünn, feucht und warm ist.

Die Zecke sondert bereits während des Stechens mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel ab, das die Einstichstelle unempfindlich macht. Deshalb spürt man Zeckenstiche nicht, auch wenn der “Stachel” der Zecke wesentlich grösser und gröber ist, als beispielweise der feine Stechrüssel einer Stechmücke. Darüber hinaus enthält der Speichel der Zecke bestimmte Stoffe, die dafür sorgen, dass das Blut nicht gerinnt und andere Stoffe, die verhindern dass sich die Einstichstelle entzündet.

Eine Blutmahlzeit kann sich über mehrere Stunden oder gar Tage erstrecken, deshalb haben Zecken noch einen Trick auf Lager, um sich auch über längere Zeit auf der Haut des Wirtes festhalten zu können. Schliesslich soll die Blutzufuhr aus der Sicht der Zecke nicht unterbrochen werden. Sie produzieren etwa 5-30 Minuten nach dem Stich einen zementartigen Klebstoff, durch den sie sich mit dem Wirt fest verkleben. Aus diesem Grund sind Zecken nur mit einem verhältnismässig grossen Kraftaufwand zu entfernen.

 

Zecken bei Streifenhörnchen

Zecken sind bei Streifenhörnchen in der Innenhaltung sehr selten zu finden. Zecken können aber dennoch sowohl von anderen Haustieren, aber auch von Menschen von draussen eingeschleppt werden. Da Zecken im Vergleich zu anderen Parasiten sehr gross sind, besonders dann, wenn sie sich festgesaugt haben, ist ein Zechenbefall bei Streifenhörnchen entsprechend auffällig. Dennoch kann es natürlich vorkommen, dass ein Zeckenbefall unentdeckt bleibt und ohne Symptome verläuft.

 

Symptome

Zeckenstiche sind als kleine rote Punkte zu erkennen, die sich mitunter entzünden und dann zu grossen Quaddeln werden können.

Da aber Zecken während des Stechens mit ihrem Speichel ein Betäubungsmittel absondern, welches die Einstichstelle unempfindlich macht und darüber hinaus gewisse Stoffe absondern, um zu verhindern, dass sich die Einstichstelle entzündet, spürt man Zeckenstiche in der Regel nicht und so kann es durchaus sein, dass ein Zeckenstich unbemerkt bleibt.

Wenn die Zecke nicht entfernt wird, kann es zu einer Zeckenlähmung kommen. Zeckenlähmung wird verursacht, wenn weibliche Zecken, die mit Eiern beladen sind an einem Wirt saugen. Dann produziert eine Zecke in ihren Speicheldrüsen ein Nervengift, welches beim Saugen auf den Wirt übertragen wird. Symptome für eine Zeckenlähmung können Müdigkeit, Taubheitsgefühle in den Beinen und Muskelschmerzen sein. Wird die Zecke über längere Zeit nicht entfernt kann es sogar zu Lähmungen der Beine, der Arme oder des Gesichts kommen. Weitere Folgen können Krämpfe und Atemlähmungen sein, die auch tödlich enden können.  Wird die Zecke vollständig entfernt, so erholen sich die Betroffenen meist innerhalb von wenigen Tagen.

 

Krankheitsüberträger

Die bekanntesten Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können, sind FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch Zecken-Hirnhautentzündung genannt) und Borreliose. Zecken können jedoch die verschiedensten Erreger beherbergen und entsprechend gross ist die Zahl der Erkrankungen, die sie übertragen könnten.  Die meisten sind aber sehr selten.

Die Symptome einer Frühsommer- Meningo- Enzephalitis (FSME) sind Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und in seltenen Fällen eine Hirnhautentzündung.

Die Symptome einer Lyme- Borreliose sind eine ringförmige Hautrötung an der Stichstelle und als mögliche Spätfolgen Gelenkschmerzen und Lähmungen.

Die Symptome einer Ehrlichiose (Ehrlichien- Bakterien) sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Rücken- und Muskelschmerzen.

Die Symptome von Zeckenstichfieber/ Fleckfieber (Rickettsien- Bakerien) sind hohes Fieber und typisch, fleckige Hautausschläge.

Die Symptome von Babesiose (Babesia microti, Babesia divergens u.a = Einzellige Parasiten) sind Fieber, Müdigkeit und Muskelschmerzen. Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen und rufen eine malariaähnliche Erkrankung hervor.

 

Fazit: Nach einem Zeckenstich sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen, wenn es zu folgenden Symptomen kommt:

Fieber, Unwohlsein, Schüttelfrost, Kopfschmerzen oder Muskel- und Gelenkschmerzen. Ferner wenn sich nach dem Zeckenbiss eine ringförmige Hautrötung bildet, die sich langsam ausbreitet.

 

 

Prophylaxe und Therapie

Einen 100% Schutz vor Zecken gibt es nicht, aber man kann einiges tun, um Zeckenstiche zu vermeiden. So empfiehlt es sich, bei Spaziergängen draussen in der Natur, besonders an Waldrändern, entlang von Bächen und Feldern geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und Hosen zu tragen. Allenfalls ist es sinnvoll, die Socken über die Hosenbeine zu ziehen. Helle Kleidung ist günstiger als dunkle, da man Zecken darauf besser erkennen und noch vor dem Stich entfernen kann.

Insektenabweisende Mittel, bzw. Spot- on Präparate stellen zwar einen gewissen Schutz dar, aber eine 100%ige Sicherheit gibt es nicht.

Nach dem Besuch im Freien sollte man den ganzen Körper nach Zecken absuchen. Zecken suchen sich erst eine geeignete Stelle bevor sie zustechen und krabbeln deshalb meist eine Zeitlang am Körper entlang. Zecken bevorzugen dünne und warme Hautstellen, deshalb sollte man sich besonders unter den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und im Schritt gründlich auf Zecken untersuchen.

Auch Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen oder Meerschweinchen, die Freilauf in der freien Natur geniessen dürfen, sollten regelmässig auf Zecken hin untersucht werden.

 

Hat sich eine Zecke festgebissen, sollte man diese so schnell wie möglich entfernen. Untersuchungen an Mäusen und Hamstern haben ergeben, dass die Gefahr einer Borreliose-Infektion und eventuell auch die Gefahr einer Infektion mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) mit der Dauer des Saugaktes um ein Vielfaches ansteigt. So war nur eines von 14 Tieren infiziert, wenn die Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt wurde; dagegen waren 13 von 14 Tieren erkrankt, wenn die Zecke 72 Stunden lang saugen konnte.

Eine Zecke sollte nicht herausgedreht, sondern herausgezogen werden, denn  beim Herausdrehen könnten grössere Teile der Mundwerkzeuge abreissen. Daher wird empfohlen die Zecke mit einer Pinzette dicht über der Haut zu packen und zu ziehen, wobei ein vorsichtiges Rütteln die Entfernung erleichtert. Eine Zecke sollte bei der Entfernung möglichst wenig gequetscht werden. Wichtig ist es, kein Öl, Nagellack, Vaseline oder ähnliche Substanzen auf Zecke auftragen. Dies führt zu einem vermehrten Speichelfluss bei der Zecke, wodurch das Infektionsrisiko erhöht wird.

Nach dem Entfernen der Zecke sollte die Wunde gut desinfiziert werden. Eine gute Beobachtung der Stichstelle auch einige Zeit nach dem Stich, ist sehr wichtig, um allenfalls sofort reagieren zu können, wenn auffällige Symptome auftauchen.



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