Asiatische Streifenhörnchen

Asiatische Streifenhörnchen


Paarung-Zucht

 

Vorüberlegungen für die Zucht von Streifenhörnchen

 

Bevor man Streifenhörnchen züchten will, sollte man sich in aller Ruhe folgende Überlegungen machen:

Hat man Zeit und die Geduld, sich mit der Genetik auseinander zu setzen?

 

• Auch wenn sich die Streifenhörnchen ja „scheinbar“ von selbst verpaaren und man als Halter quasi „nichts“ dazu tun muss, so ist es doch notwendig, dass man sich als Züchter vorgängig seriös auf eine Zucht vorbereitet!

 

• Als Züchter trägt man nämlich eine grosse Verantwortung gegenüber der Rasse, die man züchtet! Wenn man ohne über die Konsequenzen nachzudenken oder ohne die möglichen Folgen zu kennen, einfach nur Streifenhörnchen vermehrt, kann man der ganzen Population unbeabsichtigt grossen Schaden zufügen!

 

• Man muss stets bedenken, dass man ja die Jungtiere abgibt und es ist gut möglich, dass die Käufer diese wiederum zur Zucht einsetzen. Durch Unkenntnis können sich so verdeckte Schädigungen des Erbgutes schnell ausbreiten, was im schlimmsten Fall dazu führen könnte, dass ganze Populationen mit einer Defektmutation „verseucht“ werden.

 

• Um dieser Gefahr entgegenwirken zu können, ist eine gute und seriöse Vorbereitung für an-gehende Züchter daher ein Muss!

 

Genetik

 

 

Steht genug Platz zur Verfügung?

 

• Streifenhörnchen brauchen für eine erfolgreiche Verpaarung viel Platz mit Kletter- Laufmöglichkeiten für ihr „Balzritual“. Am besten ein Auslaufzimmer oder eine neutralen, grosse Zuchtvoliere.

 

• Ausserdem braucht man zusätzliche Volieren, falls man die Jungtiere nach Erreichen des Selbstständigkeitsalters (ab 8 Wochen) nicht an neue Halter abgeben konnte.

 

• Nach spätestens 6 Monaten, eventuell aber auch schon früher, braucht man dann für jedes der Jungen eine eigene Voliere, weil es dann zu Revierkämpfen kommt.

 

Hat man genügend Zeit?

• Das Zuchtpaar sollte während der Paarung nicht ständig in einer gemeinsamen Voliere gehalten werden, deshalb braucht man viel Zeit, sie im richtigen Moment zusammen in den Auslauf zu lassen.

 

• Die Empfängnisbereitschaft des Weibchens findet alle 7 – 10 Tage statt und richtet sich nicht nach dem Terminkalender der Halter. Es braucht unter Umständen mehrere Anläufe, bis die Verpaarung geklappt hat.

 

• Während dem gemeinsamen Auslauf muss man die Hörnchen sehr gut beobachten und sie gegebenenfalls sofort voneinander trennen, wenn die Stimmung umschlägt.

 

Ist das Zuchtpaar gesund und sind sich die beiden zugetan?

 

• Bevor man ein Zuchtpaar aussucht, sollte man die Vererbungslehre von Mendel studiert haben, damit man weiss, welche Tiere man verpaaren darf. (Keine Verpaarung von weissen Hörnchen!!!)

 

Gregor Mendel

Gregor Mendel (Mendelsche Regel )

 

• Man sollte seine Hörnchen gut kennen, damit man eine Selektion treffen kann. Dazu gehören Kenntnisse des Stammbaums (Vorgeschichte/ Erbkrankheiten), Gesundheit, genotypische und phänotypische Merkmale, Verhalten/ Charakter usw.

 

• Es kann vorkommen, dass ein Paar keinen Nachwuchs zeugen kann, was verschiedene Ursachen haben kann. Das muss man als Züchter akzeptieren.

 

Kann man Komplikationen umgehen?

• Es kann leider auch bei Streifenhörnchen zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen. Das Muttertier könnte sterben, krank werden oder die Tiere verstossen/totbeissen. Kann man mit solch traurigen Situationen umgehen?

 

• Man muss unter Umständen als Züchter einspringen, wenn die Mutter stirbt oder nicht alle oder gar keine Jungtiere versorgen kann. Das bedeutet, dass die Jungen alle 2 Stunden von Hand gefüttert werden müssen, selbstverständlich auch in der Nacht!! Ist man bereit dazu?

 

• Man sollte natürlich schon vorher auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und alles besorgt ha-ben, was für die Handaufzucht benötigt wird!!

 

• Wenn man Vollzeit arbeitet, dürfte es schwierig sein, die Jungtiere aufzupäppeln. Man muss vorher mit dem Chef reden. Ist der Chef aufgeschlossen und verständnisvoll?

 

• Trotz allen Bemühungen könnten die Jungen sterben. Kann man damit umgehen??

 

Hat man Abnehmer für die Jungtiere und/ oder wie organisiert man sich diesbezüglich?

 

• Bereits nach 8 – 10 Wochen haben die Jungen das Selbständigkeitsalter erreicht. Man sollte sich also frühzeitig um neue Halter für die Jungen kümmern. Es kann durchaus vorkommen, dass die Mutter ihre Jungtiere nach Erreichen des Selbständigkeitsalters verstösst und dass sich auch die Jungtiere selbst untereinander nicht mehr vertragen.

 

• Es ist mit einigem Aufwand verbunden, Inserate zu schalten und die Interessenten auf „Herz und Nieren“ zu prüfen. Leider ist nicht jeder Interessent für die Haltung von Streifenhörnchen „qualifiziert“ (zu wenig Zeit, zu wenig Platz, zu wenig Kenntnisse usw.)

 

• Eigentlich gehört es zu einem guten Service dazu, dass man besonders Neuhaltern Informationen über Streifenhörnchen in Form einer kleinen Broschüre zur Verfügung stellt.

 

• Ausserdem sollte man sich auch hinterher Zeit nehmen, den Abnehmern Jungtiere beratend zur Seite zu stehen. Das kann mitunter sehr zeitaufwändig sein.

 

Hat man Zeit und die Disziplin ein Zuchtbuch zu führen?

 

• Man sollte als Züchter bestrebt sein, gewissenhaft und diszipliniert Buch über die Zuchtergebnisse zu führen, was mit sehr viel Arbeit verbunden ist.

 

• Dazu gehören mindestens ein Stammbaum, die Daten der Verpaarung, der Zeitpunkt und die Grösse des Wurfs, sowie mögliche Komplikationen und Verluste. Anhand dieser Daten wird dann die nächste Verpaarung geplant.

 

• Ausserdem sollten die Daten der Abnehmer notiert werden, um diese allenfalls zu informieren, sollten hinterher irgendwelche Zuchtschäden ans Licht kommen (damit diese die Jungtiere nicht möglicherweise für die Zucht einsetzen).

 

• Vorteilhaft ist es auch, wenn man versucht, mit den Abnehmern in Kontakt zu bleiben, damit man erfährt, falls etwas mit den Jungtieren nicht in Ordnung ist. So kann man allfällige Zuchtschäden früh erkennen und die Zuchtpaare (und deren Nachkommen) aus der Zucht aus-schliessen.

 

Wenn auch nur einer der oben genannten Punkte Mühe bereitet oder nicht erfüllt werden kann, dann sollte man die Finger von der Zucht lassen!! Streifenhörnchen zu züchten ist mit einer grossen Verantwortung verbunden und deshalb sollte auf keinen Fall blauäugig herumexperimentiert werden! Das gebieten die Tierliebe und der Tierschutz!

 



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