Asiatische Streifenhörnchen

Asiatische Streifenhörnchen


Jahreszeiten

 

Verhalten und Bedürfnisse während den Jahreszeiten

Asiatische Streifenhörnchen zeigen nicht das ganze Jahr hindurch dasselbe Verhalten, darauf sollte man sich als Halter einstellen.

Die meisten Neuhalter kaufen sich im Frühling oder Anfang Sommer ein junges Streifenhörnchen. Im ersten Jahr sind die Unterschiede während den verschiedenen Jahreszeiten noch nicht so stark ausgeprägt, doch spätestens im zweiten Lebensjahr treten diese in der Regel mehr oder weniger deutlich zum Vorschein.

Um den Streifenhörnchen ein möglichst naturnahes Leben bieten zu können, raten wir Haltern die Einrichtung der Voliere und das Nahrungsangebot möglichst den Jahreszeiten anzupassen. So kann man den, trotz Domestizierung, tief verwurzelten Bedürfnissen von Streifenhörnchen wenigstens einigermassen gerecht werden.

 

Frühling (Paarungszeit)

Spätestens im Frühling erwachen die Lebensgeister der Streifenhörnchen nach der eher trägen Winterzeit zu neuem Leben. Dies zeigt sich unter anderem in ihrem erhöhten Bewegungsdrang, den sie in dieser Zeit besonders intensiv ausleben wollen. Aus diesem Grund sind eine abwechslungsreiche und anregende Voliereneinrichtung, sowie ein regelmässiger Freilauf besonders wichtig!

Frische Zweige und Äste (mit Knospen) sind nicht nur ein beliebter Knabberspass, sondern auch bekömmlich für Streifenhörnchen, weil sie dadurch wichtige Mineralien und Spurenelementen wie beispielsweise Chrom, Kupfer, Eisen und Mangan aufnehmen.

Der Bedarf an fetthaltigen Nüssen ist nicht mehr so hoch, wie im Herbst und Winter, dafür nimmt ein reichhaltiges Angebot an Früchten einen zunehmend hohen Stellenwert ein.

 

 

Sommer

Im Sommer sind Streifenhörnchen grundsätzlich ebenfalls sehr aktiv und voll Bewegungsdrang. Allerdings werden Streifenhörnchen an sehr heissen Tagen und insbesondere in den frühen Nachmittagsstunden oft träge und halten dann gerne eine Siesta. Dafür sind sie dann oft in den Abendstunden wiederum sehr aktiv und gehen relativ spät schlafen.

Für die Einrichtung der Voliere gelten in den Sommermonaten eigentlich die selben Regeln wie im Frühling. Das heisst, dass Streifenhörnchen auch den Sommer über frische Zweige sehr zu schätzen wissen.

Der Bedarf an Früchten ist im Sommer ganz besonders hoch. Dadurch nehmen Streifenhörnchen zusätzlich Flüssigkeit auf, was sehr wichtig ist, um in der Hitze nicht Gefahr zu laufen, zu dehydrieren.

Die Versorgung mit besonders fetthaltigen Nüssen und Kernen kann hingegen über den Sommer durchaus etwas reduziert werden. Dies zeigt sich auch dadurch, dass der Bunkertrieb in dieser Zeit weniger ausgeprägt ist, als beispielsweise im Herbst.

Für die besonders heissen Tage ist es ausserdem empfehlenswert den Streifenhörnchen einen feuchten Lappen, ein Becken mit ein wenig Wasser oder angefeuchteter Sand zur Verfügung zu stellen, um ihnen damit die Möglichkeit zu bieten, sich etwas Abkühlung zu verschaffen.

 

Herbst (Herbsteln)

Im Herbst verfallen Streifenhörnchen einem bisweilen exzessiven Sammeltrieb. Parallel zur Erntezeit der meisten fetthaltigen Nüsse beginnen Streifenhörnchen, sich auf den kommenden Winter vorzubereiten und Vorräte anzulegen. Überall und an allen möglichen und scheinbar unmöglichen Orten legen Streifenhörnchen ihre Bunker an. Jetzt stehen besonders fetthaltige Nüsse im Zentrum des Interesses, während andere Nahrungsmittel, wie Früchte zunehmend an Stellenwert verlieren, ja fast schon verschmäht werden.

In Bezug auf die Voliere stehen nun Naturmaterialien wie Kapokschoten, frisches Laub und faserige Pflanzen hoch im Kurs. Damit beginnen Streifenhörnchen ihr Nest auszupolstern und für den Winter und die kommende Kälteperiode zu isolieren.

Zusätzlich geben wir unseren Streifenhörnchen noch unbedruckte und ungebleichte Streifen Haushaltspapier in die Voliere, welche sie dann ganz sorgsam, ja fast schon akkurat zusammenfalten und in ihr Häuschen tragen.

Die auffälligste Veränderung im Verhalten der Streifenhörnchen hat mit eben diesen Vorbereitungen auf die Winterzeit zu tun. Nicht selten nämlich mutieren die sonst so friedfertigen, zutraulichen Streifenhörnchen zu kleinen Monstern, die mit einer für Neuhalter oft überraschenden Vehemenz ihre Vorräte und ihr Territorium verteidigen. Und es kann dann schon einmal vorkommen, dass Streifenhörnchen in ihrem erhöhten Mass an Aggressivität auch mal zuschnappen. Dieses spezielle Verhalten wird gemeinhin als “herbsteln” bezeichnet.

Nicht alle Streifenhörnchen werden gleichermassen aggressiv. Manche Streifenhörnchen zeigen nur eine geringe Verhaltensänderung im Herbst, andere wiederum zeigen eine äusserst hohe Bereitschaft zu einem aggressivem Territorialverhalten. Auch hier gilt: jedes Streifenhörnchen hat seinen eigenen Charakter und damit sein ganz persönliches Verhaltensrepertoire.

Als Halter kann man aber dennoch ein wenig auf das Geschehen Einfluss nehmen: So ist es beispielsweise ratsam, im Herbst so wenig wie möglich in die Voliere zu greifen, weil viele Streifenhörnchen selbst ihre ansonsten vertrauten Halter als Eindringlinge erleben und es ihnen daher übel nehmen, wenn sie die Territorialgrenzen übertreten. Dahinter steckt verständlicherweise die Angst verborgen, dass man sich an den mühsam gesammelten Vorräten vergreifen will.

Das “Herbsteln” ist also keineswegs böse gemeint, sondern es liegt quasi einfach in der Natur eines Streifenhörnchens, seine gehorteten Vorräte und sein Nest zu verteidigen. Wenn also ein Streifenhörnchen in dieser Zeit aggressiver ist, als sonst oder gar mal zubeisst, so steckt dahinter kein mutwilliger Vorsatz, sondern eine instinktive Verhaltensweise, die in der freien Natur überlebenswichtig wäre.

Wenn ein Streifenhörnchen jedoch ein extrem aggressives Verhalten zeigt, dann bleibt dem Halter manchmal nichts anderes übrig, als den Freilauf auf ein Minimum zu reduzieren oder vorübergehend ganz darauf zu verzichten.Voraussetzung dafür ist selbstverständlich eine grosse Voliere, in der sich das Streifenhörnchen auch ohne täglichen Freilauf ausreichend bewegen kann.

 


Winter (Winterruhe/ Winterschlaf)

Im Winter ist der Bedarf an Früchten bei den meisten Streifenhörnchen weniger hoch, als im Frühling und Sommer. Stattdessen bevorzugen sie besonders fetthaltige Nüsse oder natürlich Mehlwürmer.

Allgemein reduzieren Streifenhörnchen im Winter ihre Aktivitäten auf ein Minimum. Aber auch hier ist das Verhalten von Hörnchen zu Hörnchen unterschiedlich:

In der Innenhaltung halten die meisten Streifenhörnchen keinen Winterschlaf, sondern höchstens Winterruhe. Das heisst, sie schlafen viel mehr als sonst und sind manchmal nur für wenige Stunden am Tag wach. Es kann aber durchaus auch sein, dass sie mal ein paar Tage am Stück durchschlafen. Es gibt aber auch Streifenhörnchen, die trotz Innenhaltung in den Winterschlaf gehen, aber das sind eher Ausnahmen.

Anders sieht es in der Aussenhaltung aus. Streifenhörnchen haben eine genetische Veranlagung für den Winterschlaf. Bei wild lebenden Streifenhörnchen, besonders jenen, die in kalten Regionen mit langen Wintern leben, ist dies eine wichtige Überlebensstrategie. Bei domestizierten Streifenhörnchen, die in der Aussenhaltung leben, wurden sowohl Winterschläfer (die Regel), als auch Winterruher (Ausnahmen) beobachtet. Deshalb gehen wir davon aus, dass Streifenhörnchen diese Fähigkeit nach Gutdünken einsetzen können oder nicht. Beim Winterschlaf fahren die Streifenhörnchen ihren Kreislauf ungleich stärker hinunter, als in der Winterruhe und ihre Körpertemperatur gleicht sich der Umgebungstemperatur an. Deshalb ist es nicht ungefährlich, ein Streifenhörnchen während dieser Tiefschlafphase zu stören.

Die Winterruhe dauert in der Innenhaltung oft nur etwa bis Dezember / Januar, dann beginnt auch schon wieder die Paarungszeit und damit erwachen die Lebensgeister der Streifenhörnchen nach der eher trägen Winterzeit wieder zu neuem Leben.

In der Aussenhaltung kann die Winterruhe oder der Winterschlaf je nach Aussentemperaturen hingegen bis Ende Februar oder März andauern. Entsprechend setzt dann die Paarungszeit auch später ein…

 

 

 



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